• s7-plugin. Digitalisierung Erfahrungen

Von Thomas Walter | Juni 2017

Bei der Digitalisierung kann man am besten aus den Erfahrungen anderer lernen. Um Ihnen das zu vereinfachen, haben wir zwei unserer Plug-Ins, Rüdiger Spohrer und Martin Ferfers, zu den größten Fehlern, den besten Starts und dem idealen Team bei der Digitalisierung befragt. Basisfragen, fundamentale Antworten.

Erfahrung 1: Was sind die größten Fehler, die bei der Digitalisierung gemacht werden?

R.S.: Bei all der TV-und Print Berichterstattung den Blogs, den Newslettern, dem Content von Anbietern zum Thema Digitalisierung kann man ganz schnell den Eindruck gewinnen, dass da eine riesige Bedrohung auf uns alle zukommt und wir alle, möglichst disruptiv, bisherige Erfolgsrezepte und Erfahrungen über Bord werfen sollten und unsere Unternehmen von Grund auf neu denken sollten. Ich stimme dem in aller Regel nicht zu.
Lassen wir uns nicht verrückt machen und schauen wir was die jeweiligen Stärken sind und wie wir mit digitaler Unterstützung noch besser und effizienter werden können. Digitalisierung sehe ich als ein wunderbares Hilfsmittel den Kunden ins Zentrum unternehmerischen Handelns zu bekommen.
Also: erstmal Stärken definieren und mit den digitalen Möglichkeiten noch verbessern anstatt zu früh ins Grübeln zu geraten und das ganze vertraute Geschäftsmodell in Frage zu stellen.

Erfahrung 2: Wie fange ich bei der Digitalisierung in meinem Unternehmen konkret an?

R.S.: Unsere Erfahrungen zeigen, dass es wichtig ist, den ersten Schritt der digitalen Reise nicht nur zu tun, sondern dass er auch in die richtige Richtung führt. Das sind wir nicht zuletzt auch allen Mitarbeitern schuldig. Ich nenne den ersten Schritt am liebsten die „Digitale Agenda“ des Unternehmens.a. Warum brauchen wir die Digitalierung in unserem Unternehmen?b. Welche Haupt-Maßnahmen, in welchem Zeitfenster sind vorgesehen?
In dieser wichtigen, ersten Phase rate ich von der Diskussion über die detaillierten „Wie-Fragen“ erstmal ab. Diese werden in den Projekt-Teams bearbeitet und beantwortet die im nächsten Schritt den verabschiedeten Haupt-Maßnahmen zugeordnet werden.

M.F.: Denken Sie dran, dass Digitalisierung in erster Linie erhöhte Effizienz bedeutet. Teilweise kann die Effizienz sogar ganz unglaublich verbessert werden. Wenn Sie dann auf Ihr Geschäftsmodell schauen, werden Sie bestimmt einen Punkt finden, der bis dato nicht so läuft, wie sie sich das vorstellen. Vielleicht hapert es bei der Kundenbindung. Oder Sie bekommen nicht genügend Anfragen. Dann sollten Sie genau auf diesem Gebiet nach Vorbildern suchen. Firmen, die das besonders gut machen. Und dann können Sie versuchen, das eine mit dem anderen zu verbinden. Machen Sie’s nach und es wird automatisch etwas eigenes werden.

Erfahrung 3: Wer soll die ganzen Digitalisierungsaufgaben denn überhaupt übernehmen?

R.S.: Nachdem die digitale Agenda klar ist, also: „Warum Digitalisierung in unserem Unternehmen“ und „Welche Hauptmaßnahmen in welchem Zeitfenster“ geht es an die Zusammensetzung der abteilungsübergreifenden Projekt-Teams. Also die Arbeit an der entscheidenden Frage „Wie wollen wir das Ziel erreichen?“.
Wenn nicht genügend Talente oder Ressourcen im eigenen Unternehmen vorhanden sind, muss aufgestockt werden. Im ersten Schritt empfehle ich diese Positionen von außen und zeitlich begrenzt ins Unternehmen zu holen. Vorteile: ich bekomme die Ressourcen schneller (ein wichtiges Thema) und ich erhalte in der ersten Phase unvoreingenommene und lösungsorientierte Einflüsse die das Gesamt-Team stärken. Das gilt vom Projektleiter über den Teilprojektleiter bis hin zum Projekt-Team Mitglied.

M.F.: Digitalisierung ist eine Mannschaftssportart. Ein digitales Projekt funktioniert nur, wenn alle Beteiligten ihre Erfahrungen einfließen lassen können. Ein ganz einfaches Beispiel: Wenn sich ein mittelständisches Unternehmen entschließt, aktiv von Google zu profitieren, dann betrifft das zunächst das Marketing bzw. die Werbeabteilung. Aber auch den Vertrieb, denn in aller Regel werden  Leads das Ziel von Adwords sein. Eine eventuell vorhandene PR-Abteilung könnte auch wichtig sein, denn dort entsteht viel Content, der für SEO genutzt werden kann. Das Produktmanagement kann ideale Angebotsformen beisteuern und die Personalabteilung muss im Zweifelsfall für entsprechende Schulungen / Weiterbildung sorgen. Das Ganze braucht natürlich noch den Segen und das Commitment der Geschäftsführung. Eine Mannschaftssportart eben.

Rüdiger Spohrer

Rüdiger Spohrer

Co-Founder & Partner

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Martin Ferfers

Martin Ferfers

Startup-Gründer, CMO & Inspirator

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